Ukraine-Krieg: Der Großangriff auf Kiew steht bevor – Geht Russland wie im Syrien-Krieg vor?
Nach Angaben ukrainischer Notfalldienste wurden bei dem Beschuss fünf Menschen getötet und fünf verletzt. Ukrainische Fernhsehsender waren kurz nach dem Angriff außer Betrieb, senden aber inzwischen wieder.
Foto: Youtube MEDplus via REUTERSBerlin, New York, Rom. Die Ukraine steht vor einer Tragödie, vor einem Blutvergießen. Russland verschiebt immer mehr Truppen in die Ukraine. Satellitenbilder eines US-Unternehmens zeigen, dass seit der Nacht zum Dienstag eine 64 Kilometer lange Kolonne aus gepanzerten Fahrzeugen, Raketenwerfern und Mannschaftstransportern auf Kiew zurollt. Militärstrategen erwarten, dass die ukrainische Hauptstadt eingekesselt wird.
Zugleich gab es einzelne gezielte Angriffe auf Kiew, dabei wurde der Fernsehturm der Stadt beschossen und damit die Informationsinfrastruktur des Landes ins Visier genommen. Ukrainische Fernhsehsender waren kurz nach dem Angriff außer Betrieb, senden aber inzwischen wieder. Das russische Verteidigungsministerium stellte den Beschuss am Mittwoch als Verhinderung ukrainischer „Informationsattacken“ dar.
Russlands Kriegserfahrungen in Syrien könnten das Vorbild sein: Dort wurden Großstädte wie Aleppo und Idlib umzingelt und sturmreif gebombt. Bereits jetzt wird die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw massiv mit Artillerie angegriffen.
Nach Ermittlungen der angesehenen Rechercheure der Organisation Bellingcat kommen bei Bombardements in Charkiw auch international geächtete Streubomben zum Einsatz. So werden mehr Zivilisten getroffen. Bellingcat hat in der Vergangenheit exakt russische Kriegsverbrechen wie den Abschuss der Zivilmaschine MH 17 der Malaysia Airlines über dem Donbass durch eine russische Boden-Luft-Rakete des Typs Buk nachgewiesen.