Morning Briefing: Joe Biden rechnet mit Putin ab
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
ganz weit weg lag in der vergangenen Nacht die schmähliche Flucht der Amerikaner aus Afghanistan, als Joe Biden seine Rede zur Lage der Nation hielt. Der US-Präsident wollte etwas, das „amazing“ und „awesome“ zugleich ist und zählte die Erfolge seiner Politik auf wie der Vorwerk-Vertreter die Vorzüge eines Staubsaugers. Innenpolitisch: sechs Millionen Jobs geschaffen, Sozialreformpläne vorgelegt. Außenpolitisch: der Versuch, das Volk hinter seine Ukraine-Politik zu vereinen.
Das Land steht zu den Sanktionen gegen Russland, nichts vereint mehr als Bedrohungen von außen. Und so präsentierte sich Biden in der Nacht als Schmied einer globalen Allianz gegen Wladimir Putin, gegen den Mann, der in Kiew und Charkiw mit seinen Bomben wütet, einen Funkturm traf und Wohnhäuser zerstörte. „Wenn Diktatoren keinen Preis für ihre Aggression zahlen, verursachen sie mehr Chaos“, sagte Biden, deshalb sei die Nato gegründet worden. Der russische Präsident habe gedacht, er könne den Westen spalten. „Putin ist heute mehr isoliert als jemals zuvor“, resümierte der US-Präsident.
Fazit: Der Präsident als Pfadfinder, eine schöne Geschichte für Verängstigte.