Ukraine-Krieg: Deutschland will weitere Waffen an die Ukraine liefern – auch fabrikneue
Es geht nicht um die Abschussvorrichtung, aber um das Raketensystem – in diesem Fall die „Stinger“. Deutschland will nun auch versuchen, neuwertige Waffensysteme zur Verteidigung an die Ukraine zu liefern.
Foto: dpaBerlin. Die Bundesregierung will weitere Rüstungsgüter an die Ukraine liefern. Dabei geht es auch um neuwertige Waffensysteme, berichteten mehrere mit den Plänen vertraute Personen dem Handelsblatt. Das Verteidigungsministerium habe bei den Herstellern nachgefragt, was diese kurzfristig liefern könnten: „Es geht um eine Soforthilfe für die Ukraine.“ Neben Flugabwehrsystemen und Munition ist auch die Lieferung weiterer Helme avisiert.
Deutschland hat nach „Stinger“-Raketen für die Flugabwehr sowie Panzerfäusten am Donnerstag die Lieferung von 2700 Flugabwehrraketen vom Typ „Strela“ genehmigt. Diese stammen noch aus Beständen der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR, sind nach Angaben aus Regierungskreisen aber noch zu gebrauchen.
Danach soll nicht Schluss sein. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums erklärte, dass es bereits verpacktes Material gebe, das für die Ukraine vorgesehen sei. Allerdings brauche es eine Freigabe. Der Export von Rüstungsgütern muss vom Bundessicherheitsrat genehmigt werden.
Für Deutschland stellt der Export von militärischer Ausrüstung in eine Krisenregion eine Zeitenwende dar. Bis zu der von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Sonntag getätigten Ankündigung, neue Waffen und Ausrüstung für die Bundeswehr anzuschaffen und die Ukraine militärisch zu unterstützen, hatte Deutschland die Lieferung von Rüstungsgütern in Kriegsgebiete abgelehnt.