Technologie: Chipkrise: Apple-Lieferant AT&S ist ausverkauft bis 2026
Apple zählt zu den Kunden des österreichischen Chip-Zulieferer AT&S. Die Kapazitäten der börsennotierte Firma sind über Jahre hinweg ausgeslastet.
Foto: AppleMünchen. Die Lieferengpässe der Chipindustrie dürften noch jahrelang andauern. Denn wichtige Zulieferer wie AT&S aus Österreich werden die Auftragsflut auch in Zukunft nur schwer bewältigen können. „Wir sind bis ins Jahr 2025, ja sogar 2026 ausverkauft“, sagte Vorstandschef Andreas Gerstenmayer dem Handelsblatt. „Sämtliche zusätzlichen Kapazitäten sind schon von unseren Kunden reserviert.“ Neue Aufträge kann der Manager daher nicht mehr annehmen.
Dabei investiert das börsennotierte Unternehmen so viel wie noch nie. In Malaysia fließen 1,7 Milliarden Euro in eine neue Fabrik, am Stammsitz in Leoben 500 Millionen Euro in ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Das ist viel Geld für einen Konzern, der im laufenden Geschäftsjahr (Ende März) gut 1,5 Milliarden Euro Umsatz erzielen wird.
AT&S beliefert die Halbleiterindustrie mit sogenannten IC-Substraten. Das sind Verbindungselemente zwischen Leiterplatte und Chip. Sie ermöglichen es, die kleinen Nano-Strukturen des Chips mit den größeren Mikrometer-Strukturen einer Leiterplatte zu verbinden. Da Halbleiterbauteile mittlerweile zu klein sind, um direkt auf einer Leiterplatte platziert zu werden, braucht die Industrie solche feingliedrigen Adapter aus Silizium. Bekanntester Kunde ist der iPhone-Produzent Apple. Darüber hinaus produziert AT&S Leiterplatten.