Ukraine-Krieg: VW, Mercedes und Lufthansa sind in Sorge wegen drohender Enteignung in Russland
Der Autokonzern hofft weiterhin, die derzeit ruhende Produktion wieder hochfahren zu können. Die Drohung einer Enteignung durch die russische Regierung sorgt für Unruhe.
Foto: Bloomberg/Getty ImagesFrankfurt, Düsseldorf, München, Stockholm. Es ist eine besondere Lkw-Ladung, die am vergangenen Mittwoch auf das Gelände von Lufthansa Technik am Hamburger Flughafen rollt. Ein Lastwagen bringt Flugzeug-Ersatzteile, die die Lufthansa-Tochter von Kunden in Russland zurückgefordert hat. Es könnte die letzte Fuhre sein, die den Weg aus Russland gefunden hat.
Man müsse abwarten, inwiefern sich die Gerüchte über eine Verstaatlichung von fremdem Eigentum in Russland bewahrheiten würden, sagt Lufthansa-Technik-Chef Johannes Bußmann: „Wir müssen damit rechnen, dass dieses Material im Fall einer Verstaatlichung enteignet wird.“
Seit mehreren Tagen droht die russische Regierung damit, Vermögenswerte ausländischer Unternehmen, die sich wegen des Ukrainekriegs aus Russland zurückgezogen haben, zu enteignen. Am Freitag legte die russische Generalstaatsanwaltschaft nach. Man werde prüfen, ob die Unternehmen ihre Verpflichtungen gegenüber russischen Arbeitnehmern einhalten würden oder ob es Anzeichen für bewusst herbeigeführte oder Scheininsolvenzen gebe.
Am Donnerstag hatte Dmitri Medwedew, der Vizechef des russischen Sicherheitsrates, schon angekündigt, man werde im Zweifel bei den ausländischen Firmen die Insolvenz einleiten und diese verstaatlichen. Das Ziel sei, auf der Grundlage des von den Investoren in Panik zurückgelassenen Vermögens eine neue Produktion aufzubauen.