Immobilien: Immobilienentwickler Corestate verliert Millionen mit Kurzzeit-Appartements
Eine Wandelanleihe des Immobilienkonzerns Corestate wird am 28. November fällig.
Foto: JOYN, Manfred SodiaZürich, Düsseldorf, Berlin. Die bittere Pille für die Geldgeber hatte Corestate ganz am Ende des „Executive Summary“ eines vertraulichen Investorenreports platziert: Das „Project King“ werde für seine Investoren im Totalschaden enden. „Das Eigenkapital geht komplett verloren“, teilte der Immobilienentwickler Corestate mit und schockte damit wohlhabende Anleger aus der Schweiz.
Hinter dem „Project King“ verbirgt sich ein Appartementkomplex für Kurzzeitmieten in Düsseldorf, an dem sich die Investoren im Rahmen eines sogenannten Club-Deals beteiligt hatten. Nur wohnen wollte dort offenbar kaum jemand. Mit der Auslastung von gerade mal 35 Prozent im Februar 2022 würden die Einnahmen nicht einmal die laufenden Kosten decken, schrieb Corestate.
Der Komplex müsse daher notverkauft werden, heißt es in einer Präsentation, die dem Handelsblatt vorliegt. Der Erlös reiche gerade noch, um das Bankdarlehen abzubezahlen. Das Eigenkapital in hoher einstelliger Millionenhöhe sei dagegen komplett verloren.
Die „Joyn“-Appartements in Düsseldorf sind nach Handelsblatt-Informationen nicht die einzigen Immobilienprojekte der Corestate-Gruppe in Schieflage. Ähnlich kritisch steht es auch um Appartementhäuser der Marke „Joyn“ in Frankfurt, München und Hamburg. Ein Insider sagt: „Bei allen Projekten ist der Wurm drin.“