Ukraine-Krieg: Wladimir Putins geplatzter Traum vom russischen Imperium: Befreundete Staaten gehen auf Abstand
Die russische Regierung hatte versucht, die Führungen der anderen Staaten der anderen in der „Gemeinschaft unabhängiger Staaten“ (GUS) zusammenarbeitenden Nachfolgeländer der Sowjetunion zu Loyalitätserklärungen zu bewegen.
Foto: APBerlin. Die Liste der Fehlkalkulationen der russischen Führung im Angriffskrieg gegen die Ukraine ist lang. Sie reicht vom Glauben an einen schnellen militärischen Erfolg und die Flucht der politischen Führung aus Kiew bis zur Erwartung, die eigenen Truppen würden von einer unterjochten Bevölkerung im Nachbarland mit Jubel begrüßt.
Russlands Präsident Wladimir Putin könnte mit dem Befehl zum Angriff auch ein eigenes Ziel konterkarieren, das zentral ist für sein Handeln: Es geht ihm um die Wiederherstellung eines russischen „Imperiums“.
Das Zarenreich und die Sowjetunion reichten weit über die Russische Föderation hinaus und umfassten neben zentralasiatischen Ländern auch die Ukraine und die heutigen EU-Staaten Estland, Litauen und Lettland. Bis 1917 herrschte der Zar auch über Finnland und Teile Polens.
Die Balten und Polen gehören zur Nato – und drängen das transatlantische Bündnis zu mehr militärischem Beistand gegen die Bedrohung aus dem Osten. Das neutrale Finnland, dem Putin das Recht auf einen Nato-Beitritt verbieten wollte, überlegt seither neu.