Strengere Vorschriften: US-Börsenaufsicht SEC will Spacs enger an die Kandare nehmen
Vor normalen Börsengängen in den USA dürfen Unternehmen ihre Investoren praktisch gar nicht mit Prognosen locken.
Foto: APWashington. Die US-Börsenaufsicht SEC will den Auswüchsen im Geschäft mit Börsengängen leerer Firmenhüllen mit strengeren Vorschriften Einhalt gebieten. Die Investoren in solche „Special Purpose Acquisition Companies“ (SPAC) sollen nach dem am Mittwoch in Washington vorgestellten SEC-Regelungsentwurf künftig ähnlich stark geschützt werden wie bei einem normalen Börsengang (IPO).
Für diese gelten in den USA besonders strenge Regeln – die im Vergleich dazu lockeren Vorschriften für SPACs hatten diese für viele Initiatoren erst attraktiv gemacht. „Unternehmen, die in der Öffentlichkeit Gelder einsammeln, sollten die Investoren zum Zeitpunkt ihrer Entscheidung vollständig und fair informieren“, sagte SEC-Chef Gary Gensler.
Dabei geht es unter anderem um die Geschäftsprognosen der Firmen, die später in den SPAC-Mantel schlüpfen sollen. Diese hatten sich häufig als übertrieben optimistisch herausgestellt. Vor normalen Börsengängen in den USA dürfen Unternehmen ihre Investoren dagegen praktisch gar nicht mit Prognosen locken. Zahlreiche Initiatoren hatten SPAC-Konstruktionen genutzt, um das Verbot zu umgehen.
Um SPACs hatte es seit 2020 vor allem in den USA eine regelrechte Euphoriewelle gegeben. Allein im vergangenen Jahr wurden nach Daten von Renaissance Capital 604 dieser leeren Firmenhüllen an die Börse gebracht, die 144 Milliarden Dollar einsammelten.