Geldpolitik: Kampf gegen die Inflation: Was die EZB tun kann – und was nicht
Angesichts der hohen Inflation gerät die Notenbank unter Druck.
Foto: ReutersFrankfurt. Warum tun die Geldpolitiker nicht mehr gegen Inflation? Das fragen sich zu Recht Verbraucher, die mit höheren Preisen, und Sparer, die mit real dahinschwindenden Guthaben konfrontiert werden.
Die Diskussion wird oft ideologisch geführt oder mit der Unterstellung, die Europäische Zentralbank (EZB) schreite nicht energischer ein, weil sie hochverschuldete Staaten im Euro-Raum nicht gefährden will.
Tatsächlich muss die EZB das gesamte wirtschaftliche Bild bei ihren Entscheidungen im Auge behalten. Ein wichtiger Punkt ist auch: Sie hat zwar viele Instrumente, aber die haben alle einen Mangel – sie können fast nur die Nachfrageseite der Wirtschaft beeinflussen, aber nicht die Angebotsseite. Ein Überblick:
Was kann die EZB?
Die Konjunktur bremsen: Die Notenbank unterstützt die Wirtschaft seit Langem auf vielfältige Weise, aber alle Maßnahmen laufen auf dasselbe hinaus – niedrige Zinsen. Und solange die EZB die Wirtschaft unterstützt, treibt sie de facto auch die Inflation an, die ja vor Corona auch chronisch unterhalb des Ziels von zwei Prozent verharrte. Wenn sie die Unterstützung zurückfährt, sollte das die Wirtschaft bremsen und damit auch die Preise für viele Waren. Das Risiko: Weil die Maßnahmen mit ein bis zwei Jahren Verzögerung wirken, kann die Bremse zu einem Zeitpunkt kommen, wenn die Konjunktur ohnehin schon schwächelt.