Softwarebranche: SAP in der Midlife-Crisis: Wie Deutschlands wichtigster Tech-Konzern um seine Zukunft kämpft
Ein Konzern in der Midlife-Crisis.
Foto: Handelsblatt- Ausgerechnet zum 50. Geburtstag werden bei SAP die Probleme immer präsenter: Der Umstieg auf cloudbasierte Produkte verläuft schleppend, neue Wettbewerber greifen an.
- Konzernchef Christian Klein treibt den Umbau auf allen Ebenen voran. Der Druck auf die Mitarbeiter wächst.
- Im Interview erklärt SAP-Mitgründer Hasso Plattner, warum der Konzern an der Börse so unterbewertet ist und wieso er sich so schwer damit tut, für sich selbst einen Nachfolger zu finden.
Düsseldorf. Zum 50. Jubiläum programmiert sich SAP auf Feierstimmung. Bereits Anfang April musizierte das Belegschaftsorchester gemeinsam mit Starpianist Lang Lang im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie.
Im Programm stand unter anderem die „Jubelouvertüre“ von Carl Maria von Weber, die billigsten Karten kosteten 129 Euro. In der SAP Arena in Mannheim soll noch ein „Gala-Event“ mit allerlei Prominenz folgen. Im Sommer dann will Deutschlands einziger Softwarekonzern von Weltrang an 20 Standorten Partys für die Mitarbeiter schmeißen. Das Motto: „It’s time to shine“ – es ist Zeit zu glänzen.
Jubel und Größe, Glanz und Gala: Wie so mancher Mensch zelebriert auch SAP zum Fünfzigsten vor allem die eigene Bedeutung. Man hat was geschafft, man gehört dazu. Doch was ist mit der Zukunft?
SAP Aktie deutlich unter Dax Leitindex
Vielen SAP-Aktionären und auch einem Teil der Belegschaft wird beim Blick auf die kommenden Jahre bang. Zwar gilt der Dax-Konzern aus Walldorf bis zum heutigen Tag als Maßstab der hiesigen IT-Wirtschaft. Ein Blick auf Marktposition und Geschäftszahlen offenbart aber, dass SAP in einer handfesten Midlife-Crisis steckt.