Diagnosehelfer: Start-ups wagen die Stimmprobe
Anhand kurzer Sprachdateien wollen Start-ups erkennen können, ob der Nutzer erkrankt ist.
Foto: imagoDas Produkt ist noch nicht auf dem Markt – aber die Auszeichnung ist bereits da: Kurz vor Ostern wurde das Start-up Evocal Health mit dem „Gründungspreis Digitale Innovationen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz ausgezeichnet. Die Künstliche Intelligenz (KI) der Hamburger analysiert Stimmproben, um Krankheiten und ihren Verlauf zu erkennen. Mitgründer Philip Mertes rechnet frühestens Ende dieses Jahres mit den ersten klinisch validierten Modellen.
Start-ups wie PeakProfiling und Audeering bereiten sich ebenfalls auf einen Markteintritt mit Sprachanalyse-Technologien vor. Die Herausforderung: Noch gibt es in Europa keinen Zertifizierungsprozess für entsprechende Technologien, um als Medizinprodukt zugelassen zu werden. Nur mit diesem Siegel können die Anwendungen in der ärztlichen Praxis eingesetzt werden.
Mit kleinen Datensätzen zu großen Erkenntnissen?
Studien zeigen bereits, dass sich gesundheitliche Veränderungen an der Stimme nachweisen lassen. So belegte ein US-Wissenschaftler, dass durch die Stimmanalyse des israelischen Start-ups Vocalis Health Patienten mit koronarer Herzkrankheit identifiziert werden konnten. „Jetzt geht es um den Schritt, die Technologie auch in das medizinische System zu bringen“, sagt Claudio Hasler, Mitgründer von PeakProfiling.