Investmentfonds: Anleger flüchten aus Fonds – US-Staatsanleihen und Gold gefragt
Aktienfonds stehen mit einem Minus von 4,3 Milliarden Euro in der Monatsstatistik von Morningstar.
Foto: dpaFrankfurt. Der Ukrainekrieg und seine Folgen haben die Stimmung der Anleger nachhaltig belastet, wie die Fondsdatenfirma Morningstar errechnet hat. Danach verkauften Investoren im März in Europa aufgelegte Fonds für netto 1,6 Milliarden Euro – der stärkste Rückzug seit zwei Jahren. Geldmarktprodukte sind hier nicht eingerechnet.
Morningstar-Analyst Valerio Baselli weiß: „Anleger wurden besonders vorsichtig wegen der russischen Ukraine-Invasion und einer möglichen Eskalation, wachsender Sorgen über eine Konjunkturabschwächung und steigender Inflationsängste.“ Er erkennt: „Die Geldabzüge waren vor allem dem Rückzug aus Aktien- und Anleiheprodukten zuzuschreiben.“
Aktienfonds stehen mit einem Minus von 4,3 Milliarden Euro in der Monatsstatistik. Überdurchschnittlich betroffen waren die in Europa und in der Euro-Zone investierenden Produkte wegen ihrer Nähe zur Kriegsregion. Bei den Anleihefonds erreichten die Verkäufe sogar 4,7 Milliarden Euro. Der März war der dritte Monat in Folge mit Geldabflüssen, ein Spiegelbild steigender Marktzinsen bei anziehender Geldentwertung.
Der scheinbar klare Verkaufsdruck verdeckt einen großen Unterschied: In beiden Anlageklassen blieben passive Angebote gesucht, oft als börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs, während die aktiven in großem Umfang verkauft wurden. So stehen die aktiven Aktienfonds im März mit einem Minus von 10,1 Milliarden Euro da, während die passiven 5,8 Milliarden Euro einsammelten.