Kryptowährungen: Krypto-Broker Coinpanion startet Geschäft in Deutschland – und will Coindex Konkurrenz machen
Coinpanion ermöglicht seinen Kunden, in verschiedene Kryptowährungen oder Krypto-Sparpläne gleichzeitig zu investieren.
Foto: imago images/Westend61Frankfurt. Das österreichische Krypto-Start-up Coinpanion expandiert: Künftig sollen die Kunden auch vermehrt aus Deutschland kommen. Dafür startet das noch junge Unternehmen am Donnerstag sein Geschäft für deutsche Anleger, wie das Handelsblatt vorab erfuhr. Für die Expansion kooperiert Coinpanion mit den Bankhäusern Scheich und von der Heydt.
„Der deutsche Markt ist für uns natürlich allein schon wegen seiner Größe interessant“, sagt Mitgründer und CEO Alexander Valtingojer. Aber auch die Regulierung sei ein wichtiger Punkt, da sie Anlegern mehr Sicherheit biete. „Es ist immer einfacher, von einem stark regulierten Umfeld in ein weniger stark reguliertes Umfeld zu wechseln, als umgekehrt“, sagt er mit Blick auf eine mögliche Expansion in weitere Länder.
Zuvor war zwar bekannt, dass Coinpanion eine Expansion plante – nicht aber, in welches Land. Kunden aus Deutschland konnten die Plattform bereits nutzen, rechtlich betrachtet ist die Kooperation aber wichtig, da Coinpanion sein Angebot erst mit dem korrekten rechtlichen Status offiziell in Deutschland bewerben darf.
Durch die Zusammenarbeit mit den beiden deutschen Instituten, die bereits in Deutschland reguliert sind, ist diese Bedingung erfüllt. Kooperationen dieser Art sind in der Kryptowelt keine Seltenheit.
Das Start-up mit Sitz in Wien, das Valtingojer 2019 gemeinsam mit Matthias Zandanel, Saad J. Wohlgenannt und Aaron Penn gründete, ermöglicht seinen Kunden, in verschiedene Kryptowährungen oder Krypto-Sparpläne gleichzeitig zu investieren. Die Auswahl übernimmt das Analystenteam von Coinpanion, der Kunde kann jedoch zwischen einzelnen Risikostufen wählen. Das Bankhaus Scheich setzt dabei künftig den Handel für Coinpanion um, von der Heydt stellt den Zugang zum Endkunden her.
Kundenzahl im fünfstelligen Bereich
Die Portfolios, zwischen denen Kundinnen und Kunden wählen können, sind nach Risikobereitschaft zwischen „vorsichtig“ und „abenteuerlich“ geordnet oder orientieren sich an Trendthemen wie „NFT & Metaverse“. NFTs sind Non-Fungible Token, also einzigartige digitale Kunstwerke.
Die Kundenzahlen liegen nach eigenen Angaben im fünfstelligen Bereich, in diesem Jahr strebt Valtingojer den sechsstelligen Bereich an. „Rund 75 Prozent davon kommen aktuell aus Österreich und rund 15 Prozent aus Deutschland“, sagt er. Das Handelsvolumen liege aktuell bei knapp 150 Millionen Euro.
„Wir sehen, dass digitale Vermögenswerte eine größere Bedeutung erlangen“, sagt Sebastian Hailer, Projektmanager und Tech Lead beim Bankhaus von der Heydt. Dabei erschwerten regulatorische Anforderungen und eine hohe Komplexität oftmals den Markteintritt.
Den Markteintritt in Deutschland nicht geschafft hat indes Konkurrent Revix. Im vergangenen Jahr kündigte das südafrikanische Krypto-Start-up an, dass seine Plattform Kunden in Deutschland spätestens im März 2022 zugänglich sein soll. Dabei wollte Revix auch mit dem Bankhaus von der Heydt und dem Liechtensteiner Fintech 21Finance zusammenarbeiten. Doch die Pläne scheiterten.
Coinpanion hingegen ist bereits am deutschsprachigen Markt – und will sein Produktangebot zeitnah weiter ausbauen: „Wir wollen noch in diesem Jahr ins Geschäft mit NFTs einsteigen“, sagt Valtingojer.
Im Herbst 2021 sicherte sich das Krypto-Start-up ein Seed-Investment in der Höhe von 1,8 Millionen Euro. Im April dieses Jahres stockte Coinpanion die Runde auf insgesamt 5,5 Millionen Euro auf. Bei einem Seed-Investment geht es um eine frühe Investition in ein Start-up.
Als größten Wettbewerber in Deutschland sieht CEO Valtingojer Coindex. Coindex bietet indexbasierte Krypto-Investments an und arbeitet mit der Hamburger Sutor Bank zusammen.