Im Interview: Neuer Underberg-Vorstand: „Unser Ziel ist, von den hohen Schulden runterzukommen“
Die Spirituose von Underberg legte beim Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr weltweit um 20 Prozent zu.
Foto: Funke Foto ServicesRheinberg. Vor zwei Jahren holte Familie Underberg Michael Soehlke in den Vorstand, um den kriselnden Spirituosenhersteller wieder zu stabilisieren. Der 44-Jährige will jüngere Zielgruppen erschließen und greift dabei zu unkonventionellen Mitteln, wie er im Interview mit dem Handelsblatt erzählt.
Der neue Kurs zahlt sich aus: Während der deutsche Markt für Kräuterbitter und Spirituosen zu kämpfen hat, gewinnt Underberg Marktanteile. Die Marke legte beim Umsatz weltweit um 20 Prozent zu, genauso wie der Weinbrand Asbach Uralt.
Das zeigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2021/22, die Soehlke erstmals mitteilte. Insgesamt steigerte die Underberg-Gruppe, zu der mehr als 60 Marken gehören, ihren Umsatz um 17,5 Prozent auf 141 Millionen Euro.
Seit vielen Jahren lasten allerdings hohe Schulden auf dem Familienunternehmen aus Rheinberg. 2024 und 2025 laufen die Unternehmensanleihen aus, insgesamt werden 85 Millionen Euro fällig. „Unser Ziel ist, von den hohen Schulden runterzukommen“, betont Finanzexperte Soehlke.
Seine Botschaft an die Investoren lautet: „Die Kosten sind im Griff. Der Umsatz hat zugelegt wie seit Jahren nicht mehr, das Unternehmen ist profitabel und der operative Cashflow positiv.“