Kommentar: Putin schafft seine eigene Weltordnung – und der Westen schaut hilflos zu
Russlands Präsident Wladimir Putin (l.), sein iranischer Amtskollege Ebrahim Raisi (M.) und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan.
Foto: dpaRussland, Iran, Türkei: Diese drei Länder wirken auf den ersten Blick, als seien sie geopolitisch oder wirtschaftlich kaum relevant. Was das Bruttoinlandsprodukt betrifft, spielen die drei Länder weltweit in der zweiten Liga. Russland wird für seinen Angriffskrieg bestraft, der Iran ist wegen seiner Urananreicherung isoliert und die Türkei mit einer Rekordinflation geplagt.
Im Schatten dieser vermeintlichen Isolation jedoch arbeiten alle drei Länder daran, ihren Einfluss auf der Welt auszuweiten, wie das Gipfeltreffen der drei Staatschefs im Iran gezeigt hat. Das gilt insbesondere für Russland. Die westlichen Sanktionen spornen den Kremlchef an, engere strategische Beziehungen zu anderen Ländern aufzubauen. In Teheran wurde diese Allianz des Antiwestens weiterentwickelt. Und der Westen sollte dies nicht unterschätzen.
Zwar ging es bei dem Gipfeltreffen am Dienstag offiziell um den Syrienkonflikt. Die drei Staatschefs waren sich dabei kaum einig, etwa was einen möglichen Einmarsch der Türkei in das Bürgerkriegsland Syrien angeht. Und trotzdem geht eine unmissverständliche Botschaft von dem Treffen aus: Der Westen bekommt Konkurrenz – und verliert bei wichtigen geopolitischen Themen an Einfluss.