Klimaschutz: Einser-Abi, Oxford-Studium, Hungerstreik: Einblicke in die Szene der militanten Klimaschützer
Die Klimaschützerin ist Mitgründerin der Aktivistengruppe „Last Generation“.
Foto: HandelsblattMünchen. Am letzten Tag des G7-Gipfels in Elmau Ende Juni klettern frühmorgens zwei Gestalten auf das Dach eines Altbaus in der Münchener Innenstadt. Ein paar Etagen unter ihnen liegen die Büroräume des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock. Über einem Giebelfenster entrollen die beiden Mitglieder der Klimabewegung Extinction Rebellion (XR) ein weißes Banner. Darauf steht in schwarzen Buchstaben: „G7 and Blackrock destroy our planet“.
Zeitgleich versammeln sich vor dem Gebäude weitere Aktivisten. Sie recken Protestschilder in die Luft und rufen: „Fossil banks, no thanks“. Als die Polizei in Bussen anrückt, huschen die Gestalten vom Dach. Eine von ihnen ist die studierte Geologin Iris Grote*. Wegen ähnlicher Aktionen hat sie bereits „um die 15 Anzeigen“. Sie will trotzdem weitermachen, denn: Demonstrieren helfe nicht.
Im Mai, ebenfalls in München, es regnet in Strömen. Aktivisten der Gruppe „Scientist Rebellion“ (SR) bekleben eine Filiale der Deutschen Bank mit Ausdrucken wissenschaftlicher Studien. Auf einem Plakat steht „Stoppt den fossilen Wahnsinn“. Eine Videoaufnahme zeigt die Klimaaktivisten in weißen Laborkitteln – dem Markenzeichen der Protestbewegung, in der sich Wissenschaftlerinnen und Akademiker organisiert haben.