Kommentar: Präsident Putins Taschenspielertrick bei Gazprom vertagt Russlands Probleme nur
Der russische Präsident hat sein Land in eine Haushaltsnotlage gesteuert.
Foto: dpaUnd sie wirken doch: die so oft kritisierten Sanktionen des Westens gegen den Aggressor Russland. Wladimir Putin behauptet zwar immer wieder, die Strafmaßnahmen könnten seinem Land nichts anhaben. Doch es gibt diese kleinen, aber bedeutenden Belege, dass der russische Präsident es auch da mit der Wahrheit nicht so genau nimmt.
Der Kreml muss jetzt ganz tief in die Taschen seines Gazprom-Konzerns greifen, um immer größer werdende Haushaltslücken zu schließen. Erstmals muss der Gasgigant eine Halbjahresdividende ausschütten, die zum Großteil an den Mehrheitseigner geht: den Staat. Und die fällt auch noch so hoch aus wie keine Ausschüttung des Konzerns zuvor.
Putins Sprüche sind Augenwischerei: Er täuscht vor, das größte Land der Erde könne sich den Krieg in der Ukraine ohne Probleme leisten. Und er tat auch schon so, als könnten die Sanktionen Russland nichts anhaben, als Ende Juni nach außen hin großzügig auf Gazproms Rekorddividende für 2021 verzichtet wurde.
Was nach außen stark wirken sollte, war nichts als eine Täuschung: Dividenden wurden zwar nicht gezahlt, die hätten ja auch private Gazprom-Aktionäre bekommen.