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  4. Kommentar: Zu lange haben die Märkte viele Risiken ignoriert - allmählich kehrt der Realitätssinn zurück

KommentarRealitätsschock für die Märkte

Am Anleihemarkt geht der jahrzehntelangen Aufschwung vorerst zu Ende. Investoren können das als ein weiteres Warnsignal deuten.Michael Maisch 02.09.2022 - 17:40 Uhr Artikel anhören

Die EZB will im Kampf gegen die Inflation mehr Entschlossenheit zeigen - das sorgt für Turbulenzen an den Märkten.

Foto: dpa

Frankfurt. Das Wort Zeitenwende wird überstrapaziert – aber es gibt kaum andere Begriffe, mit denen sich die gewaltigen Umbrüche der vergangenen Monate und Jahre adäquat beschreiben lassen. Der Ausbruch einer Pandemie, Krieg, Inflation und geopolitische Machtkämpfe, die zum Ende der Globalisierung führen könnten – eine hässliche Liste, aber lange ließen sich die globalen Kapitalmärkte davon kaum beeindrucken.

Die Aktienkurse sind nach ihrem Tief im März 2020 nun deutlich im Plus. Ähnlich sah die Lage am Anleihemarkt aus. Erst Anfang dieses Jahres erreichte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe positives Terrain.

Dass die Zeitenwende auf Dauer trotzdem tiefe Spuren an den Märkten hinterlassen wird, zeigt sich im globalen Anleihegeschäft. Ein wichtiger Index des Informationsdienstes Bloomberg, der globale Staatsanleihen und Unternehmensbonds guter Qualität abbildet, ist seit seinem Höchststand im Januar 2021 um 20 Prozent abgesackt. Diese Marke gilt als Signal für eine längere Phase schwacher Kurse. Damit endet ein jahrzehntelanger Aufschwung.

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die großen Notenbanken demonstrieren im Kampf gegen die Inflation Härte und wollen die Leitzinsen kräftig erhöhen. Die Frage ist, welche Folgen der Abschwung am Rentenmarkt haben wird. Lange Jahre konnten sich die Investoren darauf verlassen, dass sie in Staatsanleihen der westlichen Wirtschaftsnationen einen sicheren Hafen finden. Diese Gewissheit ist erschüttert.

Der Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank dürfte auf jeden Fall noch eine Weile weitergehen. Erst wenn diese Phase zu Ende ist, wird sich zeigen, ob die Bondmärkte wieder zur Ruhe kommen.

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Für die Investoren kommt ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu. Aus Sorge vor einer globalen Rezession fallen die Kurse an den Aktienbörsen. Die Zeit der heftigen Kursausschläge ist nicht zu Ende, und die Gefahr ist groß dass die Enttäuschungen die guten Nachrichten erst einmal überwiegen werden.

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