Energieversorgung: Wie teuer wird der Gaspreisdeckel? Ökonomen widersprechen SPD-Schätzung
„Mit einem Gaspreisdeckel kann man theoretisch beliebig viel Geld zwischen null und 200 Milliarden Euro ausgeben.“
Foto: dpaBerlin. Es zeichnet sich immer klarer ab: Die Bundesregierung will die immensen Belastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher von Gas direkt bremsen. Ein Gaspreisdeckel wird vermutlich kommen. Berlin hat für die Umsetzung eigens eine Expertenkommission einberufen, die am Samstag zum ersten Mal getagt hat.
Doch eine entscheidende Frage ist offen: Was würde ein solcher Gaspreisdeckel kosten? Äußerungen der parlamentarischen Geschäftsführerin der SPD, Katja Mast, sorgten am Mittwoch in Berlin für Aufsehen. „Ich gehe am Ende von einem dreistelligen Milliardenbetrag aus“, erklärte Mast – und das pro Jahr.
Das wäre ein immenser Betrag und würde die Mühe, die Finanzminister Christian Lindner (FDP) beim Aufbringen des Geldes für eine Gaspreisbremse hätte, drastisch erhöhen. Es wäre höchst fraglich, wie Lindner gleichzeitig noch die Schuldenbremse einhalten kann.
Doch ist diese Zahl realistisch? Und wenn nicht, wie teuer könnte der Deckel sonst werden?
Das Handelsblatt hat mit Vertretern der Gas-Expertenkommission sowie weiteren Ökonomen gesprochen, die bereits Konzepte für einen Preisdeckel erarbeitet haben. Eines davon wird für die Bundesregierung womöglich das Mittel der Wahl werden.