Anleihen: Risikoprämie italienischer Bonds steigt deutlich – Ausverkauf wie seit Pandemiebeginn nicht
Der Wahlsieg des Rechtsbündnisses um Giorgia Meloni in Italien sorgt für Unsicherheit.
Foto: APRom. Schon als Italien im Juli in die Regierungskrise schlitterte und Premier Mario Draghi seinen Rücktritt erklärte, stiegen die Renditen für italienische Staatsanleihen deutlich an. Doch einen Ausverkauf wie in dieser Woche hat es lange nicht mehr gegeben.
Das Analysehaus Moody’s hatte am Mittwoch vor Italiens Finanzlage gewarnt und mit einem Downgrade gedroht, sollte das Land die Reformen nicht weiter vorantreiben und nur so langsam wachsen wie prognostiziert. Daraufhin stießen Anleger die Anleihen so schnell ab wie nie zuvor seit Ausbruch der Pandemie.
Die Rendite der zehnjährigen Anleihen stieg um mehr als 30 Basispunkte auf 4,49 Prozent und steuerte damit auf den größten Anstieg seit März 2020 zu. Auch der Spread, also der Renditeabstand zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen, schnellte auf zeitweise 245 Punkte hoch, am Dienstag hatte er noch bei 229 gelegen. In der Woche nach der Parlamentswahl lag der Wert allerdings auch schon bei 250 Punkten – ein 30-Monats-Hoch.
Moody’s hatte in seiner Analyse auf das politische Risiko durch Italiens neue Regierungskoalition hingewiesen. Am 25. September bekamen rechte Parteien die meisten Stimmen. Die designierte Premierministerin Giorgia Meloni will mit ihrer postfaschistischen Partei Fratelli d’Italia, der rechten Lega und der rechtskonservativen Forza Italia ein Bündnis schmieden.