VW, Siemens, BASF: Das Problem der deutschen Industrie mit China
Für Siemens ist China ein wichtiger Standort. Doch wenn die Wirtschaftsräume Europa/ USA und China auseinanderdriften, wird China für deutsche Unternehmen immer mehr zum Risiko.
Foto: dpaWenn er sich zu China öffentlich äußert, dann findet Siemens-Chef Roland Busch nur lobende Worte. „Respektvoll“ müsse man mit dem Land umgehen, sagte er etwa vor einigen Monaten in einem Interview. Wenn sich die Türen aber schließen, dann kommt Busch auf die Kehrseite des Booms zu sprechen. China, so sagte er bereits vor einem Jahr bei einem Treffen von Wirtschaftslenkern in der Zentrale der Deutschen Bank, sei das größte Risiko geworden.
Schon damals fürchteten Busch und die versammelten Manager ein Auseinanderdriften der Wirtschaftsräume Europa/USA und China, ein sogenanntes Decoupling. Das über Jahre aufgebaute gewinnbringende Netzwerk an Fabriken und Joint Ventures ist damit gefährdet.
Die geopolitische Situation hat sich inzwischen verschärft, wie sich beim Taiwanbesuch von Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, im August zeigte. Aus Protest gegen die Visite schickte China Schiffe und Flugzeuge in das taiwanesische Hoheitsgebiet. Wer den Konflikt bis dato nicht ernst genommen hatte, tat es nach dieser militärischen Reaktion.