Rezension: McKinseys „fragwürdige Praktiken“: Das Schwarzbuch zum weltweit führenden Beratungsunternehmen
Walt Bogdanich und Michael Forsyth gucken hinter die Kulissen bei Beratungsunternehmen wie McKinsey und bringen dabei einiges zum Vorscheinen.
Foto: HandelsblattDüsseldorf . Schon mit dem Titel machen die Autoren klar, in welche Richtung ihr Buch geht: Es ist ein „Schwarzbuch“, eine Ansammlung negativer Beispiele. Entsprechend dunkel und schwer kommt es auch daher. Auf 496 Seiten schildern die New-York-Times-Journalisten Walt Bogdanich und Michael Forsyth die „fragwürdigen Praktiken“ der weltweit führenden Unternehmensberatung McKinsey. Das Buch ist Anfang Oktober auf Englisch und nun auch auf Deutsch erschienen.
Die leichte Zeitverzögerung hat einen Grund: Die deutsche Fassung ist um ein Kapitel erweitert. In diesem 14. Kapital, das den Titel „McKinsey ist überall“ trägt, beschreiben die Autoren, welche tragende Rolle auch deutsche Berater bei den internationalen Skandalen spielten – etwa in Südafrika bei der Sanierung des Energiekonzerns Eskom oder in Großbritannien bei der Umstrukturierung des nationalen Gesundheitsdienstes NHS. Zudem beschreiben sie, wie sich McKinsey auch in Deutschland zum Marktführer entwickeln konnte und die Einsätze der Beratung in den Bundesministerien für Verteidigung und Inneres im Fiasko endeten.
Die „Firma“, wie sich die Beratung selbst nennt, reagiert auf das „Schwarzbuch“ mit einem umfangreichen, global gültigen Pressestatement. Die Firma und auch die Arbeit, die die Berater in den vergangenen Jahren in der Welt geleistet hätten, seien grundsätzlich falsch dargestellt, heißt es da.