Energieknappheit: Leben mit dem geplanten Blackout – Wie Südafrika mit seinem Strommangel umgeht
Wenn Südafrikas staatlicher Monopolist Eskom den Strom abstellt, bleiben nur noch Kerzen zur Beleuchtung.
Foto: ReutersKapstadt. Die Südafrikaner wussten, was sie erwartet. Am Samstag erloschen in Kapstadt an der Atlantikküste um kurz nach 18 Uhr die Lichter. Ampeln, Zapfsäulen und Bankautomaten fielen mehrheitlich aus. Die Straßenbeleuchtung schaltete sich erst um 22 Uhr an, als der Strom wie geplant zurückkehrte.
Als „Load Shedding“, oder deutsch „Lastabwurf“ werden solche Abschaltungen bezeichnet, die das massiv unter Druck geratene Stromnetz entlasten sollen. Abgeschaltet werden einzelne Abnehmer, Stadtteile oder Regionen. Im Falle eines akuten Strommangels würde das auch in Deutschland praktiziert, um einem Totalkollaps und den verheerenden Folgen vorzubeugen.
In Südafrika sind es jeweils einige Stunden und betroffen sind auch Privathaushalte. Damit sie wissen, was passiert, gibt es ein System aus acht Warnstufen. Je höher die Stufe ist, desto länger dauert der Stromausfall. Während bei Stufe vier für etwa fünf Stunden der Strom in Etappen gekappt wird, sind es bei Stufe sechs wie am vergangenen Wochenende bereits doppelt so viele.
In Tabellen und in einer App lässt sich ablesen, wann und wie lange ein Stadtteil vom Netz genommen wird – entsprechend kann man sich vorbereiten. Inzwischen gibt es auch eine von Privatleuten entwickelte Load-Shedding-App, die sofort auf die aktuelle Lage reagiert und nach der viele Südafrikaner ihren Alltag gestalten.