Sparverhalten: Hohe Inflation und keine Corona-Beschränkungen: Die Deutschen sparen weniger
Viele Menschen trifft die hohe Inflation hart. Die Sparquote sinkt im dritten Quartal deutlich.
Foto: dpaFrankfurt. Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland legen angesichts der starken Preissteigerung weniger Geld auf die hohe Kante. Die Sparquote sank im dritten Quartal 2022 auf 9,6 Prozent und bewegt sich damit wieder auf dem Niveau von vor der Coronakrise, wie das Analysehaus Barkow Consulting am Freitag mitteilte. Es verwendet Daten des Statistischen Bundesamts.
Laut Peter Barkow, Chef von Barkow Consulting, wirkt die hohe Inflation derzeit zweifach auf die Sparquote. „Einerseits erhöht sie Konsumausgaben, andererseits führt sie zu einer erheblichen Verunsicherung und zur Zurückhaltung der Verbraucher. Im Moment überwiegt augenscheinlich der erste Effekt.“
Auch das Statistische Bundesamt verwies als Grund für das Absinken der Sparquote auf die starken Preiserhöhungen, die zu einer kräftigen Zunahme der privaten Konsumausgaben geführt hätten. Die Sparquote ergibt sich aus dem Sparen aller privaten Haushalte, gemessen an ihrem verfügbaren Einkommen.
Während der Hochzeiten der Coronapandemie war die Sparquote nach oben geschnellt. Im ersten Quartal 2021 betrug sie Barkow Consulting zufolge 22,1 Prozent. Angesichts der Coronabeschränkungen gaben die Menschen deutlich weniger aus als normalerweise. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2019 lag die Sparquote bei 14,3 Prozent, im dritten Quartal desselben Jahres bei 9,1 Prozent. Ein Jahr davor hatte der Wert jeweils etwas darüber gelegen.