Greenwashing: Jeder zweite nachhaltige Fonds investiert in Öl, Kohle und Luftfahrt
In vielen nachhaltigen Fonds stecken auch nicht so nachhaltige Unternehmen.
Foto: HandelsblattDüsseldorf, Berlin, Frankfurt. Sie werben mit Geldanlagen in nachhaltige Unternehmen, investieren aber in vielen Fällen in Kohle, Öl oder die Luftfahrtbranche: Knapp 48 Prozent aller als besonders nachhaltig („Dark Green“) etikettierten Fonds in Europa legen Geld auch dort an, wo kein ökologischer Mehrwert zu erkennen ist.
Dieser grüne Etikettenschwindel trifft eine wachsende Zahl an Anlegern. Schließlich sind Investitionen in grüne Geldanlagen politisch gewollt und gefördert. 409 Milliarden Euro investierten Anleger laut Umweltbundesamt 2021 in nachhaltige Fonds, das Anlagevolumen hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt. Doch offenbar sind nicht alle diese Anlagen so grün, wie es die Anbieter in ihrer Werbung andeuten.
Das Handelsblatt hat in dem internationalen Medienprojekt „Great Green Investment Investigation“ mit den niederländischen Plattformen Follow the Money und Investico sowie acht europäischen Medienhäusern mehr als 800 als grün etikettierte Fonds, darunter 547 in Deutschland handelbare, ausgewertet. Sie alle haben sich dem strengsten Ökoreglement der EU-Kommission unterworfen und dürfen demnach nur klimafreundliche Investments tätigen.