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Lithium-BatterienBatterie-Material aus Nordrhein-Westfalen: Start-up baut Produktion auf, die EU fördert

Ein Start-up aus Australien will in Nordrhein-Westfalen eine Produktion von Batteriematerial aufbauen. Unterstützt wird das Projekt von der EU.Roman Winkelhahn 05.12.2022 - 04:00 Uhr Artikel anhören

Das Batterie-Start-up Pure Battery Technologies sucht die Nähe zur deutschen Autoindustrie und will Produktionskapazitäten hierzulande aufbauen.

Foto: Pure Battery Technologies

Düsseldorf. Das australische Start-up Pure Battery Technologies (PBT) will in Deutschland das Vormaterial für Kathoden herstellen, die für den Bau von Elektroauto-Batterien benötigt werden. Auf einem brach liegenden Gelände des Chemiefabrikanten Königswarter & Ebell in Hagen soll eine Pilotfabrik entstehen. Der Baustart ist für Frühjahr 2023 geplant. Ziel ist eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 15.000 Tonnen Vorläuferkathodenmaterial. Übersetzt in Endprodukte bedeute das laut PBT: Es entsteht Kathodenmaterial für Batterien von bis zu 150.000 Autos in der Größe des VW ID 3.

Die Anlage wird vorerst zu Demonstrationszwecken dienen. Angaben zum Zeitpunkt der vollen Inbetriebnahme macht PBT noch nicht. Bereits für 2025 hat sich das Unternehmen jedoch einen Umsatz von 150 Millionen Euro allein in Deutschland vorgenommen. Abnahmeverträge gebe es noch nicht, doch die Firma sei mit verschiedenen Abnehmern in Verhandlung. CEO Björn Zikarsky sagt: „Wir reden zurzeit mit zahlreichen namhaften Investoren, zum Teil sind das Private-Equity-Firmen, zum Teil Unternehmen aus der Branche.“

PBT, eine Ausgründung an der Universität Queensland, wird beim Bau der Produktionsanlage von der Europäischen Investitionsbank (EIB) mit einem Förderkredit in Höhe von 36,7 Millionen Euro unterstützt. Das entspreche der Hälfte der nötigen Investitionen für den Aufbau der Fabrik.

Durch die Vergabe von Förderkrediten an Start-ups wie PBT wolle die EU die Wertschöpfungskette der Autobatterien in den Mitgliedsländern halten, erklärt eine EIB-Sprecherin. Als Standort für seine Batterieanlage habe sich PBT Deutschland ausgesucht, um in der Nähe zur deutschen Autoindustrie und ihrer E-Auto-Produktion zu sein, sagte die Sprecherin.

Die Rohstoffe für das Vorläuferkathodenmaterial – die Metalle Nickel, Mangan und Kobalt – sollen direkt aus dem Bergbau kommen oder in Form der sogenannten „schwarzen Masse“, die bei dem Recycling von Altbatterien entsteht. PBT arbeite mit dem deutschen Recyclingunternehmen Cronimet zusammen und sei mit der Chemieindustrie sowie Nickelproduzenten in Verbindung. Auf lange Sicht wolle PBT seine Rohstoffe aus ausgedienten E-Auto-Akkus gewinnen, noch gebe es dazu aber nicht genug Altbatterien. „Bis größere Mengen von Metallabfällen aus Batterien zur Verfügung stehen, wird es noch einige Jahre dauern“, sagt Zikarsky.

Die Zulieferung von Metallen aus Minen sei daher in den nächsten Jahren unverzichtbar. PBT verhandele mit Minenbetreibern in Australien, im Pazifik und in Afrika.

Doch auch direkt vor Ort in Australien will PBT ab 2024 das Kathodenvorläufermaterial produzieren: In einem Joint Venture mit dem australischen Minenunternehmen Poseidon Nickel sollen jährlich 50.000 Tonnen des Produkt hergestellt werden. Australiens Regierung fördert das Vorhaben mit rund 80 Millionen Euro.

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In Hagen will PBT die Schwarzmasse künftig selbst aufbereiten, um daraus das Kathodenmaterial herzustellen. CEO Zikarsky sagt: „Wir haben hier quasi eine ‚Coca-Cola-Formel‘ für die Produktion des nickelbasierten, aktiven Vorläuferkathodenmaterials gefunden. Niemand beherrscht diesen Prozess so energieeffizient, umweltschonend und kostengünstig wie wir.“

70 Prozent weniger CO2-Ausstoß im gesamten Produktionsverfahren verspricht PBT. Auch andere Unternehmen wie der Chemiekonzern BASF oder der Autohersteller BMW wollen den CO2-Fußabdruck von Lithium-Ionen-Akkus senken. Sie setzen dabei verstärkt auf das Recycling von Batteriemüll.

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