Wirecard-Prozessauftakt: Wiedersehen vor Gericht: Markus Braun trifft auf den Mann, der ihn ins Gefängnis brachte
Markus Braun sieht sich selbst als Opfer.
Foto: ReutersMünchen, Düsseldorf. Der Jahrhundertprozess beginnt mit deutlicher Verspätung. Zum geplanten Beginn um 9 Uhr am Donnerstagmorgen steht die Mehrzahl der Medienvertreter noch vor dem Eingangsbereich des Gerichtssaals.
Zu groß ist das Interesse am Prozess um einen Konzern, der vor vier Jahren noch das wertvollste deutsche Finanzunternehmen war. Und am ehemaligen Wirecard-Vorstandschef Markus Braun, der zu dieser Zeit als dessen Großaktionär einen Aktienwert von mehr als einer Milliarde Euro an Wirecard-Papieren besaß.
„Wir wollten, dass die Öffentlichkeit auch teilnehmen kann“, begründet Richter Markus Födisch die Verspätung um eine knappe Dreiviertelstunde.
Am Donnerstag begann am Landgericht München der Strafprozess gegen Braun und zwei Mitangeklagte. Die spektakuläre Pleite des Zahlungsdienstleisters zählt zu den größten Skandalen der deutschen Wirtschaftsgeschichte.
Als sich um 9:44 Uhr die Türen an der linken Seite des Sitzungssaals in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim öffnen, tritt von den Angeklagten zuerst Markus Braun ein. Fester Schritt, Blick nach vorn, gekleidet wie einst so oft als CEO der Wirecard AG: blauer Anzug, schwarzer Rollkragenpullover, dazu die bekannte kleine Brille, Ehering, große Armbanduhr.