Flüssiggas: Bei LNG drohen Überkapazitäten – baut Deutschland zu viele Terminals?
Das Terminal kostet 190 Millionen im Jahr. Wie viel Flüssiggas wird Deutschland in den kommenden Jahren noch brauchen?
Foto: ReutersDüsseldorf. Seit dem 15. Dezember 2022 kann Deutschland selbst Flüssigerdgas (LNG) aus aller Welt importieren – und so die ausbleibenden Pipeline-Gaslieferungen aus Russland teilweise ersetzen. Die schwimmenden Terminals „Höegh Esperanza“ in Wilhelmshaven und „Neptune“ in Lubmin wandeln das LNG wieder in Gasform um und speisen es ins Gasnetz ein.
Um die früheren Gasimporte aus Russland kompensieren zu können, sollen in den kommenden Monaten weitere schwimmende LNG-Terminals in Betrieb gehen – gegen die Bedenken von Umwelt- und Klimaschützern. Sie warnen neben möglichen Umweltfolgen, dass mehr LNG-Terminals geplant seien, als Deutschland brauche. Das könnte unnötig Steuergeld kosten und das Geschäft der Terminals zusätzlich unprofitabel machen.
Auf Anfrage teilt eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums zwar mit, es entstünden keine Überkapazitäten. Aber ist diese Aussage wirtschaftlich haltbar? Das Marktforschungsunternehmen Icis hat für das Handelsblatt ausgerechnet, in welchen Fällen LNG-Terminals zum Verlustgeschäft werden können.
Das erste deutsche LNG-Terminal Höegh Esperanza hat die Bundesregierung Berichten zufolge für zehn Jahre gechartert – für bis zu 300.000 Euro pro Tag. Dazu kommen unter anderem noch die Kosten für die Anbindung des Terminals an das Gasnetz.