Die neue Generation der CDU-Ministerpräsidenten: Jung, pragmatisch, konservativ: Wie Boris Rhein und seine Kollegen die CDU verändern
Die jüngeren Ministerpräsidenten der CDU pflegen einen anderen Politikstil – und verändern damit auch die Partei.
Foto: IMAGO/Political-MomentsBerlin. In Wiesbaden steht im Herbst viel auf dem Spiel – für den Ministerpräsidenten Boris Rhein, aber auch für die Bundes-CDU. Rhein hat die Staatskanzlei erst vor gut einem halben Jahr von Volker Bouffier (71) übernommen. Sollte er 2023 die Landtagswahl gewinnen, werden sich die Machtverhältnisse in der Partei dauerhaft verändern.
Der 50-jährige Rhein gehört zur „jungen Connection“ in der CDU, wie sich eine Riege jüngerer CDU-Ministerpräsidenten selbst nennt. Sie will 2024 selbstbewusst mit Parteichef Friedrich Merz entscheiden, wer der Kanzlerkandidat für 2025 sein wird. Ein Chaos wie im Schwesternstreit von CDU und CSU 2021 soll es nicht noch einmal geben. Eigene Stärke soll es gar nicht erst dazu kommen lassen.
Rhein fühlt sich Daniel Günther (49), Regierungschef in Schleswig-Holstein, und Hendrik Wüst (47), Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen, zugehörig. Sie „ticken ähnlich“, heißt es in der Partei und „spielen sich die Bälle zu“ - notfalls auch schnell per SMS im Parteipräsidium.
Die neue Führungsgeneration will den künftigen Kurs der Partei aus den Landeshauptstädten heraus prägen. Rhein beschreibt sich und seine Kollegen so: „Sie sind Ministerpräsidenten, die nah bei den Menschen sind und erleben, was deren Bedürfnisse sind. Dazu gehört auch, offen für neue Koalitionen zu sein“, wie er dem Handelsblatt sagte.