Weltwirtschaftsforum Davos: Zeitenwende ist Chefsache – Warum CEOs jetzt politisch sein müssen
Die CEOs von heute müssen nicht nur ihr Unternehmen führen können, sondern bei heiklen politischen Fragen öffentlich Farbe bekennen.
Foto: HandelsblattLondon. Als sich Topmanager und Politiker aus aller Welt 2014 zum Weltwirtschaftsforum (WEF) im tief verschneiten Davos versammelten, machte sich die kanadische Historikerin Margaret MacMillan auf eine gedankliche Zeitreise: Sie stellte sich vor, wie das Elite-Treffen wohl 100 Jahre früher, am Vorabend des Ersten Weltkriegs, ausgesehen hätte.
Ob die legendäre Wall-Street-Ikone John Piermont Morgan, der deutsche Industriebaron Hugo Stinnes und der amerikanische Erfinder Thomas Edison damals wohl mit Kaiser Wilhelm II. und dem US-Präsidenten Woodrow Wilson über wachsende geopolitische Spannungen zwischen den Großmächten, das drohende Ende der ersten Globalisierung und die technologisch-elektrische Revolution diskutiert hätten?
Nicht nur die Themen von damals klingen heute wieder verblüffend aktuell: Vor dem Ende von Freihandel und globalen Lieferketten wird auch jetzt wieder gewarnt. Was damals die Elektrifizierung war, ist heute die digitale Revolution.
Elon Musk halten viele für einen modernen Thomas Edison – nicht nur, weil beide ein genialer Erfindergeist vereint, sondern auch, weil Musk wie einst Edison als skrupelloser Unternehmertyp gilt, der als allein herrschender Boss dem Davoser Stakeholder-Zeitgeist widerspricht.