Halbleiter: TSMC sendet Warnsignal an die Weltwirtschaft
Der weltgrößte Auftragsfertiger der Chipindustrie rechnet mit einem schwachen Geschäft im ersten Halbjahr.
Foto: ReutersMünchen. Der Umsatz des Chipkonzerns TSMC soll im laufenden Quartal zum ersten Mal seit vier Jahren wieder fallen. Der weltgrößte Auftragsfertiger warnte am Donnerstag, dass die Erlöse um bis zu fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgehen könnten.
Das ist ein Alarmsignal für die Weltwirtschaft: TSMC ist nicht nur der wichtigste Chiplieferant von Apple, sondern beliefert auch führende Halbleiterkonzerne wie AMD, Broadcom, Nvidia und Qualcomm. Auch die großen europäischen Chipkonzerne Infineon, NXP und STMicroelectronics kaufen Bauteile bei den Taiwanern ein.
Bestellen sie weniger bei TSMC, dann heißt das: Weltweit wird weniger Elektronik produziert.
Auf TSMC sind fast alle führenden Halbleiterhersteller angewiesen: „Die haben sich eine systemrelevante Position erarbeitet“, sagt Peter Fintl, Chipexperte der Beratungsgesellschaft Capgemini.
Chips wiederum sind heute in fast allen elektrischen Geräten enthalten, von Autos über Flugzeuge bis zu Waschmaschinen. Im vergangenen Jahr war der Umsatz noch um ein Drittel gewachsen, der Vorsteuergewinn stieg um gut 70 Prozent.
TSMC verfehlt Erwartungen der Analysten
TSMC erwartet im laufenden Quartal einen Umsatz von lediglich umgerechnet 16,7 bis 17,5 Milliarden Dollar. Analysten hatten dem Finanzinformationsdienst Bloomberg zufolge durchschnittlich mit 17,9 Milliarden Dollar gerechnet.