Justizskandal in Hessen: Früherer Oberstaatsanwalt unter Korruptionsverdacht – Prozessauftakt in Frankfurt
Die Affäre erschüttert seit Sommer 2020 die hessische Justiz. (Bild: dpa)
Foto: HandelsblattFrankfurt. Es ist Punkt zehn Uhr als Alexander Badle am Freitagmorgen den Saal acht im Landgericht Frankfurt betritt. Ein Justizwachtmeister nimmt ihm die Handschellen ab. Badle, schwarzer Rollkragenpullover, dunkelgraue Stoffhose, Kurzhaarfrisur, plaudert lächelnd mit einem seiner beiden Verteidiger. Einen Blick in den mit mehr als 50 Zuschauern voll besetzten Saal vermeidet der 55-Jährige aber konsequent. Dann nimmt Badle Platz auf dem wuchtigen Lederstuhl, in dem der gut 1,70 Meter große, schmale Jurist etwas verloren wirkt.
Das öffentliche Interesse an diesem Fall ist groß. Der Angeklagte stand viele Jahre lang als prominenter und angesehener Strafverfolger auf der anderen Seite. Nun muss er sich selbst vor Gericht verantworten. Vorsitzender Richter ist Werner Gröschel. Als Gröschel den Saal betritt, die Anwesenden begrüßt und die Personalien feststellt, schaut Badle betreten zu Boden. Die beiden Juristen kennen sich seit Jahren, duzen sich eigentlich. Als einer der Verteidiger des Angeklagten kurz darauf von Gröschel wissen möchte, warum er Badle nun siezt, erwidert der: „Weil man dies bei Gericht so macht.“