Familienunternehmen: Zwilling erzielt Rekord im Online-Geschäft – sorgt sich aber um den Vertriebskanal Galeria
Zu dem 1731 gegründeten Unternehmen zählen nicht nur Messer aus Solingen, sondern auch Kochgeschirr. Beides ist in China sehr gefragt.
Foto: Wilh. Werhahn KG, 2021Düsseldorf. Der Messer- und Kochgeschirrhersteller Zwilling hat im abgelaufenen Jahr einen neuen Rekord erreicht. Der Online-Anteil am Umsatz stieg auf 46 Prozent. Das sind noch einmal sechs Prozentpunkte mehr als im Pandemie-Jahr 2021. Zum Traditionsunternehmen zählen die Marken Zwilling, Ballarini, Staub und Miyabi sowie Flammkraft und Santos-Grill.
Vergleichbare Zahlen aus der Branche sind schwer zu bekommen. Der Online-Monitor des Handelsverbands HDE stellt zwar wachsende Digitalverkäufe auch anderer Konsumgüterhersteller fest, sie lassen sich aber nicht auf einzelne Unternehmen herunterbrechen.
Dabei ist der Gesamtumsatz von Zwilling im vergangenen Jahr nur leicht gewachsen. Er stieg um drei Prozent auf 900 Millionen Euro, teilte Zwilling, das zum Familienunternehmen Werhahn gehört, am Freitag mit. Und das lässt sich vor allem auf den Zukauf des Grillspezialisten Santos zurückführen.
Überrascht hat Firmenchef Erich Schiffers das geringere Wachstumstempo nicht, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Schließlich lag das Umsatzplus 2021 bei mehr als 18 Prozent. Die gestiegene Inflation, die gebremste Kauflaune der Verbraucher und die gut gefüllten Lager hätten sich nun bemerkbar gemacht. Alle drei Faktoren würden sich „noch bis Mitte des Jahres auswirken“, erwartet Schiffers, der das 1731 gegründete Unternehmen seit rund 20 Jahren führt.