Ukraine-Krieg: Wie die Ukraine immer verzweifelter nach Waffen sucht
Die Ukrainer verfügen inzwischen über ein großes Sammelsurium an Waffensystemen - das bringt auch Probleme mit sich.
Foto: dpaMünchen. Volodymyr Pikuzo hat drei Treffen mit Rüstungsvertretern hinter sich, als er am späten Abend am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz von einem Geschäftsmann gefragt wird, ob er noch mit in einen Club ziehen wolle. „Gibt es da Haubitzen?“ fragt der Ukrainer zurück. Sonst mache der Besuch für ihn dort keinen Sinn.
Im Kampf gegen den russischen Aggressor sucht die Ukraine die ganze Welt nach Waffen ab. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sagte bei der Sicherheitskonferenz, was sein Land am dringendsten brauche, sei „Munition, Artillerie, Panzer“. Mit einer großen Delegation warb er in München um mehr und schnellere Unterstützung.
Eine Zusage machte etwa der britische Premierminister Rishi Sunak. Großbritannien werde „das erste Land sein, das der Ukraine Waffen mit größerer Reichweite zur Verfügung stellt“, sagte er. Doch für die Ukrainer sind solche vagen Aussagen noch nicht viel wert.
Dass aus Zusagen schnell Verträge werden, dafür muss Volodymyr Pikuzo sorgen. Der 37-Jährige ist Chef der Agentur für Rüstungsbeschaffung, die vergleichbar mit dem Bundeswehr-Beschaffungsamt ist. Mit dem Handelsblatt sprach der Ukrainer über seine Herausforderungen.