Energie: Verstaatlichter Gaskonzern Sefe peilt weitere LNG-Verträge an
Sefe, die ehemalige Gazprom Germania, war im vergangenen Jahr wegen der ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland in Schieflage geraten.
Foto: © 2022 Bloomberg Finance LPDüsseldorf. Der verstaatlichte Gaskonzern Sefe drückt bei dem Abschluss von Lieferverträgen zum Bezug von Flüssigerdgas (LNG) aufs Tempo. „Wir führen eine Reihe von Gesprächen, darunter sind Unternehmen aus den USA, Westafrika oder den Staaten der Golfregion“, sagte eine Sprecherin am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.
„Wir gehen davon aus, dass wir in den kommenden Monaten weitere Abschlüsse erzielen werden.“ Sefe will in diesem Jahr den Anteil von LNG an seinem Gasbezug auf 20 Prozent von derzeit zehn Prozent steigern. „Wir sind zuversichtlich, dass wir das erreichen.“
Sefe, die ehemalige Gazprom Germania, war im vergangenen Jahr wegen der ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland in Schieflage geraten. Sefe schrieb hohe Verluste, weil der Konzern am damals sehr teuren Spotmarkt Ersatzmengen einkaufen musste, um seinen Lieferverpflichtungen nachzukommen. Die Bundesregierung hatte Sefe wie auch den Düsseldorfer Versorger Uniper schließlich verstaatlicht.
„Wir wollen unser Portfolio diversifiziert aufstellen“, sagte die Sprecherin. Dies gelte nicht nur geographisch, sondern auch zeitlich und in Bezug auf die Vertragsparteien. „Wir streben kurzfristige Verträge über ein bis zwei Jahre, mittelfristige über vier bis fünf Jahre und langfristige über mehr als zehn Jahre an.“ LNG beziehe Sefe unter anderem aus Kamerun. Pipeline-Gas erhalte das Unternehmen auch aus Großbritannien und Norwegen.