Gebrauchtwagen: Wie deutsche Autohändler von der Krise profitieren
Abgestellte Mercedes-Modelle: Wegen fehlender Halbleiter sind im vergangenen Jahr erneut weniger Autos als geplant produziert worden. Das hat die Preise weiter nach oben getrieben.
Foto: dpaDüsseldorf. Deutschlands Autohändler sind überraschend gut durch das Krisenjahr 2022 gekommen. Steigende Fahrzeugpreise und ein wachsendes Werkstattgeschäft haben Umsätze und Erträge deutlich nach oben gehen lassen. Im Pkw-Geschäft hat sich die Umsatzrendite binnen Jahresfrist sogar fast verdoppelt.
Die Betriebe des Kraftfahrzeuggewerbes in der Bundesrepublik haben im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 185 Milliarden Euro erwirtschaftet, was im Vergleich zu 2021 einem Zuwachs von drei Prozent entspricht. Die Umsatzrendite im Pkw-Geschäft ist binnen eines Jahres von 1,6 auf 3,1 Prozent gestiegen. Diese Angaben machte am Mittwoch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), in dem rund 36.000 Autohändler und Werkstätten zusammengeschlossen sind.
„Unsere Mindestzielgröße von drei Prozent plus X ist endlich erreicht worden“, sagte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski vor Journalisten. Die Renditen im Kraftfahrzeuggewerbe waren in den vergangenen Jahren immer weiter geschrumpft. Die Branche gilt grundsätzlich als renditeschwach. Die Aussichten für 2023 sind derweil nicht mehr ganz so rosig, da die Fahrzeugnachfrage wahrscheinlich zurückgehen wird.