Märkte-Insight: Der Dax profitiert vom China-Effekt – Nun steht er kurz vor einem neuen Jahreshoch
Kolumnist Andreas Neuhaus beobachtet, dass die jüngsten Konjunkturdaten Chinas den Dax stützen.
Foto: China News Service via Getty images / Max BrunnertFrankfurt. Eine weitere Börsenwoche ist vergangen, ohne dass der deutsche Leitindex Dax die von vielen erwartete Korrektur gestartet hat. Da das Frankfurter Börsenbarometer aktuell selbst mit schlechten Inflationsdaten und steigenden Zinserwartungen klarkommt, stellt sich die Frage, was überhaupt die Kurse nach unten drücken könnte.
Am Montag könnte der Dax ein neues Jahreshoch erklimmen. Vorbörslich notiert der deutsche Leitindex über der Marke von 15.600 Punkten. Der bisherige Jahreshöchststand liegt bei 15.659 Punkten, erreicht am 9. Februar. Am Freitag hatte der Leitindex 250 Punkte gewonnen.
Auffällig ist zuletzt, dass die Börsen in Deutschland und im Rest Europas seit Oktober besser laufen als die in den USA. Und dieser Effekt hält an: Der Dax ist seit Ende Januar ebenso um drei Prozent gestiegen wie der Eurostoxx 50. Für den US-Leitindex Dow Jones ging es um zwei Prozent abwärts.
In den USA erklären sich die Verluste durch die steigenden Zinserwartungen, die sich in steigenden Renditen am Anleihemarkt ausdrücken. Im Gegenzug fielen die Aktienkurse, weil Anleihen zu einer Alternative zu Aktien werden, höhere Zinsen zudem die künftigen Gewinne von Unternehmen entwerten und deren aktuelle Finanzierung verteuern – also die Gewinne dämpfen.