Kapitalmärkte: Die Euphorie der Investoren für China ist verflogen
Anleger halten sich mit Investments momentan zurück.
Foto: APPeking, New York. China hatte das Potenzial, der neue Liebling der Wall Street zu werden. Das Ende der Null-Covid-Politik, gepaart mit wirtschaftsfreundlicheren Signalen der Staatsführung, weckte große Hoffnungen bei internationalen Investoren. Hedgefonds und andere professionelle Anleger wagten sich zurück an die chinesischen Aktienmärkte. Selbst die Analysten von Morgan Stanley, die lange Zeit zur Vorsicht gemahnt hatten, waren noch Ende Januar „zunehmend bullish, was chinesische Aktien angeht“.
Doch die anfängliche Euphorie nach der Öffnung ist schon wieder verflogen. Nach Rekord-Kapitalzuflüssen im Januar ebbten die Investitionen ausländischer Anleger an den chinesischen Festlandsbörsen im Februar stark ab.
Wichtigste Gründe für die Trendwende sind Experten zufolge der sich zuspitzende geopolitische Konflikt zwischen China und den USA sowie die Sorge vor wachsendem politischen Druck auf den Finanzsektor. Präsident Xi Jinping warf den USA am Dienstag laut Staatsmedien ungewöhnlich direkt vor, den Aufstieg seines Landes in der Welt bremsen zu wollen. Doch auch das vergleichsweise bescheidene Wachstumsziel von rund fünf Prozent, das die Parteiführung auf dem gerade laufenden Volkskongress ausgegeben hat, dürfte „die Märkte etwas verunsichern“, sagt Iris Pang, China-Chefökonomin der ING-Bank.