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GeldpolitikSchweizer Notenbank erhöht Leitzins um 0,5 Prozentpunkte

Trotz der Turbulenzen im Bankenmarkt straffen die Währungshüter die Geldpolitik weiter. Weitere Zinserhöhungen seien denkbar. 23.03.2023 - 09:36 Uhr Artikel anhören

Zinserhöhung um 50 Basispunkte.

Foto: Reuters

Zürich. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) erhöht wegen des erneut gestiegenen Inflationsdrucks und ungeachtet der jüngsten Turbulenzen im Bankensektor erneut die Zinsen. Der SNB-Leitzins werde um 0,5 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent angehoben, wie die Notenbank am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit einer Erhöhung in diesem Umfang gerechnet.

Es sei nicht auszuschließen, dass zusätzliche Zinserhöhungen nötig sein werden, um die Preisstabilität in der mittleren Frist zu gewährleisten, erklärte die Notenbank. Die SNB will bei Bedarf zudem weiterhin am Devisenmarkt intervenieren.

Die Maßnahmen der Notenbank gaben dem Schweizer Franken Auftrieb. Der Dollar verlor zur Landeswährung 0,6 Prozent an Wert auf 0,9118 Franken.

An den Anleihemärkten warfen die Anleger zweijährige Schweizer Papiere aus den Depots. Anleihekurse entwickeln sich im Allgemeinen gegenläufig zum Zinsniveau einer Volkswirtschaft. Die Rendite der kurzlaufenden Bonds stieg entsprechend auf ein Wochen-Hoch von 1,173 Prozent.

Die Entscheidung der SNB war im Vorfeld angesichts der Turbulenzen rund um die Credit Suisse mit großer Spannung erwartet worden. „Selbstverständlich haben wir auch die Situation auf den internationalen Finanzmärkten, die Unsicherheit, die im Moment im Bankensystem ist, beurteilt“, sagte Notenbankchef Thomas Jordan. „Aber wir sind zum Schluss gekommen, dass eine Zinserhöhung hier keinen negativen Einfluss haben wird.“
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Würde hingegen dem inflationären Druck nicht mit der nötigen Straffung der Geldpolitik begegnet, „werden wir später ein größeres Problem haben“, erklärte Jordan. Eine Zinspause sei kein Thema gewesen. „Man muss den Inflationsdruck jetzt bekämpfen.“

Notenbankchef verteidigt Hilfsmaßnahmen

Außerdem verteidigte Jordan den vielkritisierten Übernahmeprozess der Credit Suisse durch die UBS. „Mit ihren Maßnahmen haben Bund, Finma und Nationalbank der Krise um die Credit Suisse Einhalt geboten“, sagte er. Um Schaden von der Schweiz abzuwenden, hätten die Behörden am Sonntag weitreichende Maßnahmen zur Wahrung der Finanzstabilität getroffen. „Unsere Liquiditätsmaßnahmen sind Kredite, die besichert sind und verzinst werden, und keine Geschenke“, erklärte Jordan weiter.

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Zu der von Politikern geforderten Abspaltung des Schweizer Geschäfts der Credit Suisse erklärte Jordan, dass dies im Moment kein Thema sei. „Ich will nicht spekulieren, was in Zukunft hier richtig ist.“

rtr
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