Neuer EnBW-Chef im Interview: EnBW plant den Kohleausstieg schon für 2028
EnBW will im Jahr 2028 die letzten Kohlekraftwerke vom Netz nehmen.
Foto: dpaDüsseldorf. Am 15. April wird auch der baden-württembergische Energiekonzern EnBW den Atomausstieg vollenden – und den letzten Reaktor, Neckarwestheim 2, vom Netz nehmen. Der neue Vorstandschef Andreas Schell hat aber schon den nächsten Ausstieg im Blick, wie er im Interview mit dem Handelsblatt erklärte.
Das Interview mit dem neuen EnBW-Chef Andreas Schell lesen Sie hier:
Herr Schell, Ihr Vorgänger Frank Mastiaux hat die EnBW in Richtung Energiewende ausgerichtet, Milliarden in Wind- und Solarparks investiert. Trotzdem stammen noch immer 45 Prozent der Energie, die Ihr Konzern verkauft oder vertreibt, aus der Kohleverstromung. Ganz so grün, wie die EnBW sich verkauft, ist sie also noch nicht. Werden Sie das endlich ändern?
Die EnBW hat den Anteil erneuerbarer Energien in den vergangenen Jahren ja schon von knapp 19 auf über 40 Prozent erhöht. Aber sie ändern die Energieerzeugung nicht über Nacht. Wir glauben jedoch, dass wir den Kohleausstieg beschleunigen können.
Hat die EnBW denn beim Ausbau der erneuerbaren Energien den Kohleausstieg schlicht vergessen?
Nein, wir haben schon vor einiger Zeit drei Fuel-Switch-Projekte bekannt gegeben. Also Standorte, an denen wir Kohlekraftwerke in moderne Gaskraftwerke umbauen, die gegenüber der Steinkohle 60 Prozent weniger CO2 emittieren. Den Fuel Switch wollen wir schon bis 2026 umsetzen. Jetzt sind wir bereit, den nächsten Schritt zu gehen.