Energie: Wie ungenutzte Kraftwerke das Strompreisniveau senken könnten
Berlin. Immer häufiger kommt es in Deutschland zu Phasen mit hohen Strompreisen. Vertreter der Industrie und aus Teilen der Energiewirtschaft fordern daher, ungenutzte Kraftwerke einzusetzen, um das Strompreisniveau zu verringern.
So schlägt der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), in dem sich große Energieverbraucher aus der Industrie zusammengeschlossen haben, eine „kontrollierte Rückkehr von Reservekraftwerken in den Strommarkt“ vor. VIK-Hauptgeschäftsführer Christian Seyfert sagte dem Handelsblatt, aus Sicht der Industrie sei dies ein notwendiger Schritt, um kurzfristige Preisspitzen zu dämpfen und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Ähnlich argumentiert Andreas Reichel, CEO des Kraftwerksbetreibers Steag Iqony: „Deutschland hat einen riesigen Reservekraftwerkspark, der Industrie und Haushalte sicher und günstig mit Strom versorgen könnte“, sagte Reichel dem Handelsblatt. „Wenn die Reservekraftwerke auch zur Preisdämpfung eingesetzt würden, könnte das die Strompreise an einem Dunkelflaute-Tag um bis zu 60 Prozent senken“, sagte er.
Als Dunkelflaute bezeichnet man Phasen, in denen Windräder und Photovoltaikanlagen keinen nennenswerten Beitrag zur Stromerzeugung leisten. Die Stromerzeugungskapazitäten sind dann knapp, die Preise im kurzfristigen Stromgroßhandel steigen.