E-Fuels: Breiter Einsatz kostet laut Studie bis zu 310 Milliarden Euro
E-Fuels werden mithilfe von Strom aus Wasser und Kohlendioxid (CO2) hergestellt.
Foto: dpaWien, Düsseldorf. Der Verbrennungsmotor wird in Europa doch nicht gänzlich verschwinden. Die Technik soll auch über 2035 hinaus in Neuwagen genutzt werden können. Dafür wird die EU-Kommission auf Druck der deutschen Bundesregierung eine neue Fahrzeugklasse definieren. Autos dieses Segments sollen ausschließlich mit synthetisch erzeugten Kraftstoffen aus Ökostrom angetrieben werden. Am 28. März haben die 27 EU-Staaten diese Einigung beschlossen.
Die sogenannten E-Fuels stehen wegen ihrer Klimabilanz und der hohen Kosten in der Kritik. In einem Bloomberg-Interview bezeichnete Iveco-Chef Gerrit Marx die synthetischen Kraftstoffe gar als „Champagner des Antriebs“. Wörtlich sagte er: „Wenn Sie einen Ferrari haben oder einmal am Wochenende mit Ihrem Porsche Turbo fahren, wird es Ihnen egal sein, ob ein Liter fünf Euro oder acht Euro kostet.“ Aber das sei „kein Kraftstoff für die Zukunft“. Doch wie sieht die Faktenlage bei den Kosten wirklich aus?
Eine Studie der Strategieberatung Oliver Wyman, die dem Handelsblatt vorliegt, zeigt, dass E-Fuels am ehesten im Fahrzeugbestand sinnvoll eingesetzt werden können. Dennoch sind die Kosten hoch. Für eine schrittweise Beimischung von synthetischen Kraftstoffen zu Benzin, Diesel und Kerosin sind laut der Oliver-Wyman-Analyse von 2030 bis 2040 Investitionen von 120 bis 310 Milliarden Euro erforderlich.