Märkte Insight: Die gefährliche Magie der Banken
Die Bankbilanz ist der Zauberstab, aber auch die Sollbruchstelle unseres Finanzsystems.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Wie funktioniert eine Bank? Diese Frage ist vor dem Hintergrund der aktuellen Krise extrem relevant. Interessanterweise sind sich Ökonomen darüber nicht einig, obwohl es Banken im heutigen Sinne seit dem Spätmittelalter gibt.
Der Streit kochte mit dem letzten Wirtschaftsnobelpreis an Ben Bernanke, Douglas Diamond und Philip Dybvig hoch. Der Ökonom Peter Bofinger warf dem Nobel-Komitee vor, Leute ausgezeichnet zu haben, die einer falschen Auffassung der Funktionsweise von Banken anhängen.
Falsch sei, dass Banken von Kunden Geld einsammeln und dieses an andere Kunden weiterverleihen. Richtig sei, dass Banken jederzeit gleichzeitig Kredite und Geld schaffen können, indem sie auf der Aktivseite der Bilanz, also beim Vermögen, den Kredit buchen und auf der Passivseite, also bei den Verbindlichkeiten, die entsprechende Kreditsumme auf dem Konto des Kunden. Eine Bank schafft damit Geld aus dem Nichts.
Was bedeutet diese Grundsatzdiskussion für die aktuelle Krise? Zunächst ist festzuhalten: Nach einem stressigen Freitag sind die Turbulenzen zunächst etwas abgeflaut. Die Deutsche Bank, so scheint es, war am Freitag unter Druck geraten, weil sie sich in früheren Jahren einen Ruf als relativ risikoreiches Institut erworben hatte. Und nicht aus einem aktuellen fundamentalen Grund, der wäre sonst vielleicht doch über das Wochenende an die Öffentlichkeit gedrungen.