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  4. Anhaltend hoher Personalbedarf – Regierung bringt Einwanderungsreform auf den Weg

EinwanderungsreformBund hofft pro Jahr auf 75.000 zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland

Das Ifo-Beschäftigungsbarometer signalisiert hohe Einstellungsbereitschaft im Dienstleistungssektor. Ein Gesetzentwurf schlägt vor, wie es viele zusätzliche Arbeitskräfte geben könnte.Frank Specht 28.03.2023 - 15:56 Uhr Artikel anhören

Vor allem energieintensive Industrien wie die Chemie halten sich mit Neueinstellungen zurück.

Foto: dpa

Berlin. Bei einem Thema gibt es wenig Streit in der Ampelkoalition, weil alle Seiten die Dringlichkeit erkennen: An diesem Mittwoch will das Bundeskabinett den Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil und Innenministerin Nancy Faeser (beide SPD) zur Fachkräfteeinwanderung verabschieden. Mit der Umsetzung der Maßnahmen soll es gelingen, jährlich zusätzlich 75.000 Arbeitskräfte aus Drittstaaten nach Deutschland zu holen.

Der Bedarf ist da. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zählte im Schlussquartal des vergangenen Jahres knapp zwei Millionen offene Stellen – ein Allzeithoch. Und auch das Beschäftigungsbarometer des Münchener Ifo-Instituts, das monatlich exklusiv für das Handelsblatt berechnet wird, zeigt einen anhaltenden Personalbedarf.

Der Indikator, der auf den Beschäftigungsabsichten von rund 9000 Unternehmen beruht, stieg im März auf 99,9 Punkte, nach 99,4 Zählern im Vormonat. „Der Arbeitsmarkt zeigt sich sehr robust“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe, der beim Konjunkturforschungsinstitut die Umfragen leitet.

Getrieben wird das Beschäftigungswachstum vor allem durch den Dienstleistungssektor. Hier werde verstärkt eingestellt, sagt Wohlrabe. Dagegen gibt es im verarbeitenden Gewerbe keine große Dynamik, auch wenn der Teilindikator nach einem kleinen Rückschlag im Vormonat wieder zulegen konnte. Vor allem energieintensive Industrien wie die Chemie hielten sich mit Neueinstellungen zurück.

Auch im Handel herrscht Zurückhaltung beim Beschäftigungsaufbau, was das Ifo-Institut auch auf die Kaufzurückhaltung der Verbraucher zurückführt. Der Einzelhandelsverband HDE rechnet in diesem Jahr wegen der hohen Inflation mit dem größten Umsatzschwund seit der globalen Finanzkrise 2009. Inflationsbereinigt dürfte er den Prognosen zufolge um drei Prozent sinken. Im Baugewerbe halten sich Einstellungs- und Entlassungspläne in etwa die Waage.

Westbalkan-Regelung ausweiten

Mit der Reform des Einwanderungsrechts will die Bundesregierung unter anderem Berufserfahrung stärker gewichten und auf langwierige Anerkennungsverfahren von Abschlüssen verzichten. Außerdem sollen Interessenten über ein neues Punktesystem zur Jobsuche nach Deutschland kommen können.

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Die FDP-Bundestagsabgeordnete Ann-Veruschka Jurisch kündigte bereits an, dass ihre Fraktion den Gesetzentwurf im parlamentarischen Verfahren noch weiter optimieren wolle. „Unser Augenmerk wird dabei insbesondere auf der Ausweitung der Westbalkan-Regelung auf weitere Länder mit Migrationsabkommen, weiteren Verfahrenserleichterungen und der Feinjustierung des Punktesystems liegen.“

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