Prüfers Kolumne: Ins Büro, weil es dort wenigstens warm und trocken ist
Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.
Foto: HandelsblattIch habe in der „New York Times“ lesen müssen, dass die Amerikaner es mit der Arbeit nicht mehr so ernst nehmen. In einer Umfrage haben fast 40 Prozent der Werktätigen angegeben, dass nach der Covidpandemie die Arbeit weniger wichtig für sie geworden ist.
Mittlerweile wären viele Manager der Meinung, dass vor allem das Homeoffice dafür verantwortlich sei. Gerade für Einsteiger in die Arbeitswelt sei das Heimbüro keine geeignete Alternative zum guten alten Job in der Bürozentrale. Wenn man sich Auge in Auge sehe, funktioniere das Management einfach besser und man könne unerfahrene Kollegen besser einarbeiten.
Eine Softwarefirma aus dem Silicon Valley beklagt, dass die Arbeitskräfte, die während der Pandemie eingestellt wurden, weniger produktiv seien als jene, die man davor unter Vertrag genommen habe. Ganz besonders schlecht sei das Homeoffice, sobald es auf schnelle Reaktionen bei Krisen ankomme: Manche sagen, mit der Silicon Valley Bank wäre es vielleicht nicht so schnell bergab gegangen, wäre nicht ein Großteil der Mitarbeiter im Homeoffice gewesen.