„Project Everest“ gestoppt: Wirtschaftsprüfer EY bläst Aufspaltung ab – „Enttäuschung und Unverständnis“ in Deutschland
Die deutsche Landesgesellschaft stand bis zuletzt hinter der geplanten Aufspaltung.
Foto: IMAGO/Michael GstettenbauerNew York, Düsseldorf. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hat ihre geplante Aufspaltung gestoppt. Das gab der früher als Ernst & Young bekannte Konzern am Dienstagabend bekannt. Geplant war eigentlich, dass die 13.000 EY-Partner im April über die Abtrennung des lukrativen Beratungsgeschäfts abstimmen sollten. Dieses sollte anschließend an die Börse gebracht werden.
Noch Mitte Februar hatte Marie-Laure Delarue, ein Mitglied der Unternehmensführung, gesagt, es werde eine „riesige Zustimmung“ zu dem intern „Project Everest“ genannten Vorhaben erwartet.
Allerdings gab es intern längst Widerstände – vor allem in der Spitze der US-Landesgesellschaft. Das geht aus einer Mitteilung an die EY-Partner weltweit hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Die US-Einheit ist die größte der 145 formal unabhängigen Landesgesellschaften.
EY: Aufspaltung hatte in Deutschland viele Anhänger
Weiter heißt es in der internen Mitteilung, die Geschäftsführung bleibe davon überzeugt, „zwei Weltklasse-Organisationen schaffen zu können“. Es brauche aber „mehr Zeit“, um „notwendige Investitionen in die abzuspaltenden Teile zu tätigen“. Weitere Schritte würden in einer Videokonferenz am Mittwoch mit den Partnern der Gesellschaft diskutiert werden. Alle anderen Mitarbeiter sollten sich mit Fragen an ihren Landeschef wenden.