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RaubSprengungen von Bankautomaten in Deutschland nehmen zu

Vor allem niederländische Banden werden hinter den Anschlägen vermutet. Deutschland gilt als begehrtes Ziel für Räuber, die Geldautomaten angreifen. 14.04.2023 - 14:27 Uhr Artikel anhören

Besonders Bundesländer in Näher zur Niederlande sind betroffen.

Foto: dpa

Frankfurt. In Deutschland nimmt die Zahl von Sprengstoff-Anschlägen auf Bankautomaten weiter zu – vor allem in Bundesländern, die in unmittelbarer Nähe zu den Niederlanden liegen. In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz seien 2023 bereits mehr als 100 Bankautomaten gesprengt worden, teilten die zuständigen Behörden auf Reuters-Anfrage mit. Im gesamten Vorjahr waren es 347 in diesen Bundesländern gewesen.

Bundesweit stieg die Zahl der Sprengungen von Bankautomaten im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 um mehr als 40 Prozent auf einen Rekordwert von 496, wie Daten des Bundesinnenministeriums zeigen. Die Zunahme bereitet auch Innenministerin Nancy Faeser Sorgen. Sie fordert von den Banken schärfere Maßnahmen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass das Vorgehen der skrupellosen Tätergruppierungen Unschuldige das Leben kostet.“

Das Bundeskriminalamt vermutet vor allem niederländische Banden hinter den Anschlägen, mit denen viel Bargeld erbeutet werden kann. Sie seien im Zeitraum 2018 bis 2022 für rund 70 bis 80 Prozent der Sprengungen in Deutschland verantwortlich. Laut der niederländischen Polizei wird ein Großteil der Taten von rund 500 Banden-Mitgliedern verübt, die in Amsterdam und Utrecht leben. Dem Bundesinnenministerium zufolge wurden 2021 knapp 20 Millionen Euro erbeutet.

Für 2022 liegen noch keine Zahlen vor, aber es wird mit einem deutlichen Zuwachs der Beutesumme gerechnet. „Denn in den Niederlanden konnten wir bereits beobachten, dass verstärkte Maßnahmen dort die Verdrängung der Taten an andere Orte – auch nach Deutschland – zur Folge haben“, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums.

Deutschland ist ein begehrtes Ziel bei Räubern, die es auf Bankautomaten abgesehen haben. Zum einen gibt es in der Bundesrepublik, in der Bargeld einen viel höheren Stellenwert hat als in anderen Ländern, rund 53.000 Bankautomaten. Zum anderen bietet das Autobahnnetz gute Fluchtmöglichkeiten. Um die Kriminalitätswelle zu bekämpfen, arbeitet Deutschland mit Behörden in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Europol zusammen.

Der Zusammenschluss der deutschen Bankenverbände, die Deutsche Kreditwirtschaft, lehnt eine pauschale Umsetzung der von Faeser geforderten Maßnahmen – verstärkte Videoüberwachung, Klebesysteme an Banknoten und kleinere Bargeldbestände in den Automaten – ab. „Präventionsmaßnahmen können nicht pauschal aufgesetzt werden. Sie müssen sich an den Geldautomatentypen und vor allem an den Geldautomatenstandorten orientieren“, sagte eine Sprecherin.

dpa
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