Aldi Nord in der Krise: Rote Zahlen bei Discounter
Die schlechte operative Marge von Aldi Nord ist ein Weckruf für den eigentlich so erfolgreichen Discounter.
Foto: Handelsblatt- Eigentlich wollten Aldi Nord und Aldi Süd bei Einkauf und Marketing näher zusammenrücken, selbst eine Fusion schien nicht mehr ausgeschlossen. Doch jetzt zieht Aldi Nord bei dem gemeinsame IT-Transformationsprojekt AHEAD die Notbremse.
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So ein Treffen hatte es bei Aldi Nord noch nie gegeben. Bei der „Leadership Conference“ auf dem Firmencampus in Essen-Kray sind am Donnerstag, dem 10., und Freitag, dem 11. November 2022 rund 150 Führungskräfte des Discounters zusammengekommen, um über die Zukunft zu sprechen. Zwischendurch gibt es Schnittchen im Stehen.
In normalen Unternehmen sind solche Strategietreffen Routine. Doch Aldi Nord war in dieser Hinsicht lange Zeit kein normales Unternehmen und ist es noch immer nicht wirklich. Jahrzehntelang operierte der Einzelhändler nach dem Geheimdienst-Prinzip, vorgelebt vom 2010 verstorbenen Firmengründer Theo Albrecht: Jeder weiß nur, was er für seine Aufgabe unbedingt wissen muss. Diese klandestine Praxis steckt der Organisation noch immer in den Genen.
Umso größer der Schock, als bei der „Leadership Conference“ in der vierten Etage von Turm A der neuen Firmenzentrale ein brisanter Weckruf ertönt: Die Gegenwart ist rot. Gruppenweit, wird den versammelten Managern mitgeteilt, liege die operative Marge von Aldi Nord bei minus 1,4 Prozent. Es ist die einzige Geschäftszahl, die an diesem Tag genannt wird, wie Unternehmensinsider dem Handelsblatt berichten.