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GeldpolitikEZB-Währungshüter dämpfen Hoffnungen auf Zinssenkung

Ratsmitglied Peter Kazimir geht von ersten Effekten der Zinsmaßnahmen frühestens im Herbst aus. Die Notenbank müsse sich jetzt von „Sitzung zu Sitzung“ orientieren, meint EZB-Chefökonom Philip Lane. 09.05.2023 - 10:50 Uhr Artikel anhören

Die Märkte erwarten derzeit, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen um weitere 40 Basispunkte anheben wird.

Foto: Bloomberg

Berlin. Die Europäische Zentralbank muss die Zinsen aus Sicht von Ratsmitglied Peter Kazimir möglicherweise über längere Zeit als derzeit erwartet anheben. Der slowakischen Zentralbankchef erklärte am Dienstag in einem Blogbeitrag: „Unsere September-Prognose wird das früheste Datum sein, um zu beantworten, wie effektiv unsere Maßnahmen sind und ob sich die Inflation in Richtung des Ziels bewegt.“

Die EZB hat zuletzt die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der an den Finanzmärkten maßgebliche Einlagensatz, den Banken für das Parken überschüssiger Gelder erhalten, liegt derzeit bei 3,25 Prozent. Am Geldmarkt wird derzeit erwartet, dass die EZB die Zinsen um weitere 40 Basispunkte anheben wird.

Für die EZB ist der Kampf gegen den anhaltenden Preisschub langwierig: Denn die Inflation liegt weiterhin deutlich über der angestrebten Notenbank-Zielmarke von zwei Prozent. Im April stieg die Teuerungsrate sogar leicht an auf 7,0 Prozent, nachdem sie noch im März auf 6,9 Prozent gesunken war von 8,5 Prozent im Februar.

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hält sich über den künftigen Zinskurs der Europäischen Zentralbank bedeckt. Es gelte, sich in Zeiten der Unsicherheit von „Sitzung zu Sitzung“ zu orientieren, sagte Lane am Dienstag.

Die Währungshüter müssten dabei Abwärts- und Aufwärtsrisiken sorgfältig gegeneinander abwägen. „Wir sind dabei von den Daten abhängig“, betonte der Ire. Dabei sei kein Zinspfad vorgezeichnet. Es gehe darum, die Zinsen auf ein gewisses Niveau zu bringen und sie dann dort so lange wie nötig zu halten.

rtr
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