Start-ups: 100-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde für Patient21
Die beiden Gründer Nicolas Hantzsch und Christopher Muhr.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Der Unternehmer Christopher Muhr hat als Hodenkrebspatient erlebt, wie analog – und oft ineffizient – das deutsche Gesundheitswesen noch ist. Der ehemalige Chief Customer Officer (CCO) der Onlineverkaufsplattform Auto1 versucht inzwischen mit einem eigenen Unternehmen, das zu ändern. Im Jahr 2019 gründete er gemeinsam mit Nicolas Hantzsch, der ebenfalls eine Hodenkrebserkrankung überstanden hat, das Start-up Patient21 mit dem Ziel, die Digitalisierung voranzutreiben.
Seitdem kaufen Muhr und Hantzsch Arztpraxen, vor allem von Zahnärzten, auf und führen sie nach einem digitalen Umbau unter der Marke ihres Start-ups weiter. Zentral ist dabei eine Plattform, auf der alle Patienteninformationen zusammenlaufen. „Von der Terminbuchung über die Befundung bis zur Aussteuerung der Therapie bündeln wir die gesamte Patientenreise“, sagt Muhr. Schnell ist das Unternehmen gewachsen. 53 Praxen haben die Gründer bereits in ihr Start-up eingegliedert, die meisten der rund 700 Mitarbeiter von Patient21 arbeiten dort vor Ort.
Für weiteres Wachstum haben Muhr und Hantzsch jetzt in einer Finanzierungsrunde 100 Millionen Euro von Investoren erhalten. Frühere Investmentrunden hinzugerechnet, haben die beiden studierten Betriebswirte nun insgesamt 166 Millionen Euro eingesammelt, davon stammen etwa 130 Millionen Euro von Investoren. Den Rest des Geldes haben die Gründer als Darlehen aufgenommen. Damit ist Patient21 auf einen Schlag eines der bestfinanzierten deutschen Digital-Health-Start-ups.